Ulrich Bartholmös & Dariusch Hosseini:
Transpersia 2020 – Cycling Executives im Orient

Zwei ehemalige Kollegen machen sich auf den Weg, mit dem Rennrad den Iran zu bereisen. In 25 Tagen müssen sie durchschnittlich 170 km am Tag zurücklegen, um die gut 4.200 km weite Rundfahrt in ihrem persönlich gesteckten Zeitlimit zu bewältigen. Und das auch noch mit völlig unterschiedlichen körperlichen Voraussetzungen. Was sie auf ihrer Expedition beflügeln und an ihre Grenzen bringen wird, möchten sie festhalten und teilen. Und andere damit inspirieren, ihre Komfortzone zu verlassen.


Die Geschichte

Zwei radbegeisterte und beruflich erfolgreiche Medien- und IT Manager, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, machen sich gemeinsam auf den Weg zu einem großen Abenteuer in den Vorderen Orient. 

Der eine: Ulrich Bartholmös (33) im ersten Leben CIO und Digital-Manager, nun Unternehmensberater und als Extremsportler souveräner Sieger mehrerer Ultracycling Rennen. In 2020 ist sein beruflicher und sportlicher Kalender bereits gut gefüllt. Für ihn ist die Reise im Frühling ein echtes Abenteuer hinsichtlich der Destination, da er den Vorderen Orient das erste Mal bereist und sich, anders als bei Ultracycling-Rennen, Zeit nehmen kann, Land und Leute kennenzulernen.

Der andere: Dariusch Hosseini (48), geboren im Iran als Sohn eines Iraners und einer Deutschen, jedoch seit 1978 nicht mehr dort gewesen, pausiert seine Karriere als CEO im Mediabereich und ist ambitionierter Rennradamateur. Er möchte mit der Reise in sein Geburtsland und zu seinen Wurzeln ein Abenteuer antreten, das ihn körperlich wie mental an seine Grenzen bringen wird. Neben dem Sport sind die Begegnungen mit Landsleuten und der Sprache, die er nicht mehr richtig spricht, sicherlich spannend und intensiv.  


Wie kommt man auf so eine Idee?

Dariusch Hosseini

Bedingt durch eine berufliche Auszeit hat Dariusch Zeit, sich körperlich fit zu machen und nimmt sein Rennrad mit in den Sommerurlaub. Hier entscheidet er sich kurzerhand – und etwas naiv – zu der persönlichen Herausforderung, eine Bergetappe der Tour de France nachzufahren: Den legendären Mont Ventoux in der Provence. 

Stunden später und total zerstört erreicht er an seinem 48. Geburtstag das Ziel auf der anderen Seite des Gipfels. Die Route von Saint-Pierre-de-Vassols über den Gipfel nach Malaucène legt einen Schalter um. Von nun an werden die Etappen länger und herausfordernder. Parallel fragen seine persischen Verwandten immer mal wieder, wann er endlich zu Besuch kommen werde. 

Ulrich Bartholmös 

Ulrich, genannt „uba“, ist seit Jahren ambitionierter Rennradfahrer und hat 2019 drei Ultracycling-Rennen als Sieger beendet: Transpyrenees Ultracycling (950km), Transiberica (3.589km) und den Two Volcano Sprint (1.100 km). Diese Rennen werden vom Start zum Ziel als eine Etappe und ohne Unterbrechung der Zeitnahme gefahren. Jeder Fahrer entscheidet für sich, wann und wo er eine Pause macht und wie lange diese andauert. Bei derartigen Rennen gibt es keinen Support durch Begleitfahrzeuge oder Teams. Neben einem zuverlässigen und schnellen Rennrad kommt es bei diesen Rennen rein auf körperliche Fitness und vor allem auf die mentale Stärke an. Für 2020 ist es sein persönliches Ziel, neben weiteren Top-Platzierungen in internationalen Ultracycling-Rennen (u.a. Transcontinental TCRNo8), vor allem auch spannende Länder zu bereisen und Menschen sowie Kulturen in einem anderen als nur dem Renntempo kennenzulernen.     


Was erwartet die beiden?

Reiseroute 

Mit dem Flugzeug geht es um den 20. März in den Iran. Start der Radreise ist Teheran. Die Route ist mit einer Länge von rund 4.200 km bei 28.000 Höhenmetern geplant. Höchster Pass ist im Kuhrud-Gebirge auf über 2.800 m. Die Gipfel in diesem Gebirge ragen über 4.000 m hoch. Im Norden führt die Route am Kaspischen Meer entlang. Im Süden geht es auf einer West -Ost Achse planmäßig von Schiras bis Kerman. Schiras ist die ehemalige Kulturhauptstadt und blickt auf eine 4.500 Jahre alte Geschichte. Der traditionsreichen Ort Kerman auf knapp 1.800m ist mit seinen bekannten Teppichen und der Jahrhunderte alten handwerklicher Tradition sicherlich einer der spannendsten Orte auf der Reise. Die gesamte Route ist so geplant, dass neben der sportlichen Anstrengung auch die wichtigsten Orte der Iranischen Geschichte angefahren werden können. Wieviel Zeit sich die Beiden dann vor Ort gönnen, bleibt abzuwarten.

Etappen und Zwischenziele (4.195km):

  • Start: National Museum Teheran
  • Karawanenstadt Kaschahan
  • Die Stadt Isfahan
  • Die Türme des Schweigens in Yasd
  • Persepolis
  • Die Stadt Schiras
  • Die ehemalige Königsresidenz Susa
  • Durchs wilde Lurstan
  • Auf den Spuren Alexander des Großen in Hamadan
  • Die blaue Moschee in Täbris
  • Die Thaddäus-Kirche in Aserbaidschan an die Küste des Kaspischen Meeres
  • Über Urmia zurück nach Teheran

Auf der Tour bei der sie auf die bekannte Gastfreundschaft und das gute Essen bauen, sind außerdem Begegnungen in Form einer gemeinsamen Etappe mit iranischen Rennradfahrern geplant, sowie der Besuch der Deutschen Schule in Teheran und ein Treffen mit dem deutschen Botschafter.

Verpflegung

Die Radreise ist als „unsupported“ geplant. Das heißt, die beiden versorgen sich unterwegs selbst und sind komplett auf sich gestellt, Übernachtungen können nicht vorab gebucht werden. Abends werden sie Zelten, oder, wenn möglich, privat unterzukommen. Ein Wunsch der beiden ist es, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sowie möglichst viele Stätte mit Prädikat UNESCO-Weltkulturerben und natürlich auch Orumie, die Geburtsstadt von Dariusch im Nordwesten, zu befahren.


Fakten

Timing: Die Abreise aus Deutschland ist aktuell ab dem 20.03.2020 geplant. Dariusch und Ulrich planen mit einer Fahrzeit von etwa 25 Tagen im und durch den Iran – zuzüglich An- und Abreise wird das Projekt circa 28 Tage in Anspruch nehnen.

Budget: Das Projektbudget beläuft sich auf insgesamt 30.000 EUR. Enthalten in der Budgetplanung sind Reisekosten, Materialkosten sowie Verpflegungsaufwände für beide Athleten.

Filmprojekt: Die Vorbereitung sowie die Erlebnisse und Erfahrungen während der Reise werden auf Video aufgezeichnet. Mit dem Rohmaterial soll in den Monaten nach der Reise ein 45 – 60 minütiger Dokumentarfilm produziert werden. Es sind Aufführungen bei folgenden Filmfestivals in Planung: DOK. fest München für 2021, DOK Leipzig für 2021, Iranisches Filmfest Zürich, Cinema Varieté Teheran.

Equipment: Rennrad mit leichtem Gepäck (u.a. Open, U.P.P.E.R) sowie minimales Gepäck mit ca. 10 kg pro Fahrer inkl. GoPros, Navigation, Smartphones.

Kontakt